
Ein paar Pflanzen können ein nüchternes Büro spürbar anders wirken lassen. Einige Feldstudien fanden in begrünten gegenüber sehr kargen Arbeitsumgebungen bessere Zufriedenheit, Konzentration oder Aufgabenleistung. Ein garantierter Produktivitätszuwachs von 15 Prozent für jedes Büro lässt sich daraus aber nicht ableiten.
Woher stammt die Zahl von 15 Prozent?
Eine 2014 veröffentlichte Untersuchung verglich „lean“ gestaltete Büros mit begrünten Arbeitsumgebungen in drei Feldexperimenten. In einem untersuchten Kontext stieg ein Produktivitätsmaß um etwa 15 Prozent. Das Ergebnis gehört zu genau diesen Versuchsbedingungen und ist keine universelle Renditeformel.
Was wurde außerdem beobachtet?
Die Forschenden berichteten unter anderem Unterschiede bei wahrgenommener Luftqualität, Konzentration, Arbeitsplatzzufriedenheit und Engagement. Solche Messgrößen sind wichtig, aber nicht identisch mit objektiver Leistung in jeder Tätigkeit.
Warum lassen sich Ergebnisse nicht einfach übertragen?
- Arbeitsaufgaben und Produktivitätsmaße unterscheiden sich.
- Ausgangszustand und Bürogestaltung variieren.
- Selbst gewählte und vorgegebene Gestaltung können anders wirken.
- Licht, Lärm, Temperatur, Führung und Ergonomie bleiben starke Einflussfaktoren.
- Eine einzelne Studie beweist keinen garantierten Effekt für jede Person.
Was Pflanzen nicht leisten
Übliche Pflanzenmengen reinigen Büroluft nicht in einem Umfang, der Lüftung oder Filter ersetzt. Ebenso sind Pflanzen keine Behandlung für Stress, Depression oder andere Erkrankungen. Gesundheitliche Beschwerden gehören fachlich beurteilt.
Wie lässt sich Begrünung sinnvoll testen?
- Beschäftigte nach Bedarf und möglichen Allergien oder Tierkontakten fragen.
- Mit wenigen, standortgerechten Pflanzen beginnen.
- Verantwortung für Gießen und Schädlingskontrolle klären.
- Vorher festlegen, was beobachtet werden soll: Zufriedenheit, Nutzung oder eine konkrete Arbeitskennzahl.
- Nach einigen Wochen Rückmeldungen auswerten, ohne Kausalität vorschnell zu behaupten.
Welche Pflanze passt?
Die Auswahl folgt Licht, Platz und Pflege – nicht einem Produktivitätsversprechen. Der Homeoffice-Ratgeber hilft bei der Standortentscheidung.
Begrünung bewusst gestalten
Die Evidenz spricht dafür, dass Pflanzen in manchen kargen Arbeitsumgebungen positiv wahrgenommen werden und einzelne Leistungsmaße verbessern können. Ob das im eigenen Büro gilt, sollte als überprüfbare Entscheidung behandelt werden – nicht als versprochene Leistungssteigerung.
Quellen: Nieuwenhuis et al.: The Relative Benefits of Green Versus Lean Office Space; University of Exeter: Why plants in the office make us more productive; Cummings & Waring: Potted plants do not improve indoor air quality.







